Infos und Geschichte des Alten Forstamtes im Teutoburger Wald

 

Das Alte Forstamt im Teutoburger Wald bis in das Jahr 1972 (mehr als 180 Jahre) als Oberförsterei und Forstamt genutzt. Das Gebäudeensemble stammt warscheinlich aus dem Mittelalter - das heutige Hauptgebäude im unteren Teil stammt aus der Barockzeit. Auf einer der Weiden hat sich im 11. Jahrhundert das Dorf "Sellinghausen"* befunden.(*urkundlich belegt).

 

13 Forstmeisterfamilien lebten und arbeiteten hier auf dem Alten Forstamt bzw. der Oberförsterei. (Eine Liste der Namen finden Sie unter diesem Text).

 

Die Forstmeister und Ihre Familien waren Selbstversorger, betrieben Landwirtschaft, hielten Pferde, Kühe, Schafe und Schweine und Gänse und Hühner. Gemüse und Obst stammten aus dem eigenen Garten (wie heute auch noch). Fleisch kam vom Wild aus hiesigen Wäldern und aus eigener Zucht. Es gab stets viele Gäste und Besucher auf einem Forstamt - Holzkäufer, die Beamten aus dem Ministerium in Berlin oder später aus Düsseldorf, Jagdgäste und Freunde des Hauses. So kam es, dass auf einem Forstamt oder einer Oberförsterei stets viele Gäste weilten.

 

Es gab schon vor 180 Jahren mehrere Wohnungen und Übernachtungsmöglichkeiten für offizielle Gäste und Freunde der Forstmeisterfamilien. Heute gibt es wieder zwei Ferienwohnungen auf dem Alten Forstamt im Teutoburger Wald - die wir Feriengästen für Ihren Urlaub anbieten. Dies sind die Wohnungen Hofgarten 85qm2 und Wald-Blick mit 65qm2.

 

Heute ist es kein Forstamt mehr - aber nach wie vor, haben wir hier eine enge Beziehung zum Wald und zur umgebenden Natur und den Tieren. Vieles erinnert noch heute an die Zeit, als es ein Forstamt war. Die Geschichte und Geschichten werden von uns am Leben erhalten. Wir hatten das Glück, noch zwei Forstmeister und Ihre Familien kennenzulerrnen und haben vieles über das Leben auf so einem Forstamt und Hof erfahren. Frau Havestadt und Familie Wiemer haben uns noch viel darüber berichtet, wie es Anno Dazumal auf dem Forstamt zuging. Von Frau Havestadt haben wir Fotos bekommen und es gibt auch Briefe aus früherer Zeit. So gibt es ein gutes Bild, wie das Leben hier früher war.

   

Auf unserem Hof leben viele Tiere -  wir züchten Schafe, im Frühjahr gibt es Lämmer, es gibt Hühner, im Frühjahr Küken , ein fröhlicher bunter Taubenschwarm umfliegt das Haus, die Gänsedamen Agatha und Emma nehmen am Leben teil und auch mehrere Hunde und Katzen komplettieren die Schar der Tiere.

 

Es gibt auch einen grossen historischen Biedermeiergarten (der nach alten Zeichnungen und Briefen restauriert wurde) mit Buchsbaumrabatten mit Rosen- und Staudenbeeten und einen grossem Gemüsegarten. Mehr zum Garten finden Sie unter der Rubrik "Biedermeiergarten Altes Forstamt im Teutoburger Wald."

Der Garten und der Pavillon (s. Fotos) stehen unseren Feriengästen offen. Gern organisieren wie für Sie eine Führung durch Hof und Garten. (mehr dazu unter Biedermeiergarten)

 

 

 

 

Dienststellenverwalter (Oberförster) der königlich preussischen Oberförsterei Altenbeken zwischen 1830 und 1934

 

Oberförster Schilling (1830 - 1833), er war danach in Böddecken tätig

Oberförster Gottlob Christian Erdmann 1833 - Jan. 1839, starb hier in der Oberförsterei (sein Sohn war Kunstmaler und hat Haus uns Umgebung in seinen Bildern verewigt). Wir hatten Kontakt mit der Familie und viele Briefe und Zeichnungen durften wir anschauen und bei der Rekonstruktion des Biedermeiergartens verwenden.

Oberförster Brüggemann Juni 1839 - 1. April 1845, er wurde nach Hardehauen versetzt

Oberförster Josef Rintelen 1.April 1845 - bis zu seinem Tode am 4. Mai 1865

Oberförster Wellenberg 1. Juli 1865 - 1. August 1868. er wurde nach Hannover versetzt

Oberförster Emil Schlieckmann 1. August 1868 - 1. Juli 1874, er wrude nach Marienmünster versetzt

Oberförster Wilhelm Huber, 1. Juli 1874 - 1. Februar 1886

Oberförster Karl Dantz, 1.Februar 1886 - 1. April 1893

Oberförster Albert Steuber, 1. April 1893 - 1. Juli 1905

 

Dienststellenverwalter des Staatlichen Forstamtes Altenbeken von 1934 bis 1972

 

Forstmeister Adolf Kamlah, 1. Juli 1905 - 1. April 1932 (1932 wurde Adolf Kamlah in den Ruhestand versetzt)

Forstmeister Stubbe, 13. April 1932 - 1. Februar 1937, er wurde zum Forstamt Lüneburg versetzt

Forstmeister Bernhard Havestadt, 1. Februar 1937 - 1. Mai 1956, er wurde in den Ruhestand versetzt. Aus der Zeit von Forstmeister Bernhard Havestadt gibt es noch viele schöne Geschichten und Fotos, die uns seine Witwe erzählt hat und Fotos sowie einige Briefe, die sie uns zum Kopieren überlassen hat. Havestadts waren grosse Gartenfreunde und es gab wunderbare Dahlien, die Bernhard Havestadt teilweise von seinem Freund, dem westfälischen Heimatdichter Augustin Wibbelt bekommen hat. Frau Havestadt war eine grosse Gärtnerin und hat teilweise ihr Gemüse verkauft.

Oberforstmeister/Landforstmeister Wernher Wiemer, 1. Mai 1956 - 31. 12.1971 (er leitete das Forstamt  bis zur Auflösung.

Frau Wiemer war eine grosse Gärtnerin, Herr Wiemer hielt Pferde und sogar einige Senner Pferde. Noch heute haben wir Kontakt mit der Familie.

 

Das Forstamt umfasste bei der Vereinigung 1971 mit dem Forstamt Paderborn über 15731 Hektar Waldfläche.